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Marlene

Die Dietrich ganz Bieder

kinofilm - marlenenew york, carnegie hall, 1975: marlene dietrich (katja flint) steht in einem prächtigen, weiß-silbern schimmernden abendkleid mit weißer fellstola auf der bühne und genießt den rauschenden begrüßungs-applaus. mit dieser szene beginnt joseph vilsmaier seinen spielfilm "marlene", und gibt damit gleichzeitig vor, was ihm an der biographie der dietrich wichtig erschien: das dekor, die ausstattung, die glattpolierte oberfläche. gewohnt opulent hat vilsmaier, der ja schon immer ein faible für große epen hatte, die vita der dietrich in szene gesetzt. knapp 18 millionen dm hat der spass gekostet, und egal, was man über den film sagen oder auch lieber nicht sagen kann, man sieht die immensen kosten in jeder minute: die prachtvollen roben, die kecken hütchen, die schneidigen uniformen, die verruchten gelage in schummrigen kellerlokalen und die gewaltigen karossen, die in jeder straßenszene die bürgersteige flankieren. sehr frei, nur hin und wieder basierend auf wahren begebenheiten, hat sich vilsmaier seiner marlene genähert: vom berliner tingeltangel zur diva in hollywood reiht das drehbuch von christian pfannenschmidt, der sich bislang vornehmlich als autor von fernsehproduktionen wie "girl friends" hervorgetan hat, ein paar wichtige stationen im leben der dietrich aneinander ­ und dichtet ihr eine liaison mit einem deutschen offizier (gespielt von heino ferch) an.

kinofilm - marlene dieser aufrechte deutsche namens carl seydlitz ist so charismatisch wie ein pennäler, und wie so vieles in diesem insgesamt hauptsächlich bemüht erscheinenden film bleibt unklar, warum sich eine grande dame wie marlene dietrich nicht für jean gabin oder andere, sondern ausgerechnet für diesen spröden langweiler interessieren sollte. andererseits haben vilsmaier und pfannenschmidt versucht, marlene dietrich als einsamen star zu zeigen, der letztlich am erfolg zerbricht. doch auch hier bleibt es beim ehrenwerten vorsatz: klischeehaft zeigt vilsmaier, wie sich bei der immer rastloser werdenden dietrich die liebhaber die klinke in die hand geben. allein katja flint, die in "marlene" optisch wirklich als wiedergeburt der blonden legende erscheint, schafft es, ihrer figur das zu geben, was man heute wohl als "aura der modernen frau" bezeichnen würde. sie verdeutlicht in ihrem feinen mienenspiel und in reduzierten gesten die schwierigkeit der schauspielerin, zwischen familienleben, muttersein und der ganz großen karriere hin- und herpendeln zu müssen. nur berlinern kann katja flint leider gar nicht. aber derlei kleinigkeiten haben vilsmaier ja noch nie gestört. dana vavrova konnte auch kein bayrisch, als sie die "herbstmilch"-aäuerin anna wimschneider zum besten gab.

kinofilm - marlene herausragend sind nur einige der nebenrollen, wie beispielsweise armin rohde als emil jannings oder hans-werner meyer als regisseur sternberg. marlene dietrich, nie verblasste legende, ikone der lesben- und schwulen-bewegung ­ das gibt´s bei vilsmaier natürlich nicht. glaubt man an seine hausbackene variante der dietrich-vita, war deren alltag so schillernd wie der einer handarbeitslehrerin aus dem bayerischen oberland. das flirrende, schillernde und ambivalente ihres charakters hat meister vilsmaier entweder nicht begreifen wollen oder nicht begreifen können. jedenfalls hat er seine eindimensionale sicht auf deutsche schicksale während der zeit des dritten reiches wieder einmal mit viel geld und verschwenderischen dekors umsetzen dürfen. wie schon in "comedian harmonists", die bei vilsmaier vor allem eine muntere männertruppe waren, die schön singen und schließlich, ob des ärgers über ein paar von den bösen sa-truppen zerbrochenen fensterscheiben, nazi-deutschland den rücken kehren, stellt er auch diesmal wieder jede form von zeitkritik hintenan, um eine gefällige geschichte in hübschen bildern erzählen zu können. "mein leben ist oft beschrieben worden, und alles war falsch", sagte marlene dietrich einmal zur vielzahl an biographien über ihre person. dieser film rückt sicherlich nichts gerade.

kinostart: 9. märz 2000

marlene besetzung: katja flint, herbert knaup, heino ferch, hans-werner meyer, christiane paul, suzanne von borsody, armin rohde, cosma hagen, monica bleibtreu und die vilsmaier töchter regie: josph vilsmaier  drehbuch: christian pfannenschmidt produzent: katharina trebitsch, jutta lieck-klenke, joseph vilsmaier kamera: joseph vilsmaier schnitt: barbara hennings, (bfs) musik: harald kloser deutschland 1999 genre: drama verleih: senator film orginaltitel: marlene länge: 128min. mehr bei imdb ] <pg>

naja, das ist wohl nicht die ganze geschichte! da hat vilsmaier wieder einmal zu lange durch die rosa brille geschaut. da beste sind noch die autos! vorallem marlenes auburne!

der film ist einfach falsch. marlene würde sich im grabe umdrehen! vilsmaier sollte besser recherchieren, oder märchenfilme drehen!




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