Merry Christmas
Weihnachten im ersten Weltkrieg
Es ist eine wahre Geschichte, die in „Merry Christmas“ erzählt wird. Und deswegen kann man eigentlich niemanden im deutsch-britisch-französischen Produktionsteam so recht verantwortlich machen für die geballte Ladung schwer verdaulichen Kitsches, die da auf den Zuschauer abgefeuert wird. Heiligabend 1914 ist es, die Menschen haben Frieden im Herzen und sogar an der Westfront hat an diesem Tag ab Sonnenuntergang niemand mehr Freude am Töten im Namen des Vaterlands. So kommt es, dass sich in der Heiligen Nacht am Schützengraben die eigentlich verfeindeten Nationen die Hand reichen und gemeinsam Weihnachten feiern: Die Deutschen lassen ihren Opernsänger Nikolaus Sprink (Benno Fürmann) so lange „Stille Nacht“ singen, bis alle anwesenden Völkerscharen einfallen. Die schottischen Dudelsackbläser begleiten den Tenor, und die Franzosen stoßen mit Champagner darauf an. Man teilt die Zigaretten und die Alkoholika, und für ein paar Stunden zeigt sich, wie wenig die einzelnen Soldaten eigentlich an der Fortsetzung des Krieges interessiert sind, und wie sehr am Nachbarn.
Als einen Antikriegsfilm ganz ohne Geballere und fast ohne Gewalt hat der französische Regisseur Christian Carion seinen wuchtigen Hochglanz-Film „Merry Christmas“ inszeniert. Denn er interessiert sich nicht für die großen Zeitläufte und historischen Wahrheiten, sondern ausschließlich für seine tatsächlichen oder fiktiven Einzelschicksale. In ruhigen Bildern illustriert er diese einzigartige Begebenheit während des Ersten Weltkrieges. Dabei spielt Carion ganz ohne Scheu auf der großen Klaviatur der Emotionen und wagt es, einen gefühlvollen Schlüsselmoment an den nächsten zu setzen. Sprink singt unter dem Sternenzelt, bis auch dem letzten Landser das Wasser in den Augen steht, und zu allem Überfluss und aller Unglaubwürdigkeit hat der Sänger auch noch seine Lebensgefährtin, eine dänische Operndiva (Diane Kruger), mit an den verschlammt-verschneiten Kriegsschauplatz geschleppt – wo sich die Grazie in der silberglänzenden Galarobe natürlich sofort ganz heimisch fühlt. Derlei falsch arrangierte Szenen gibt es einige, und so wirkt „Merry Christmas“ am Ende nicht mehr anrührend, sondern nur albern und konstruiert. Trotz der wahren und unbedingt bewegenden Begebenheit.
infos über den film im internet: [ merrychristmas-derfilm.de ]
kinostart: 24. November 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 115 min
Original: Joyeux noël
Darsteller:
Daniel Brühl, Benno Fürmann, Diane Krüger,
Regie:
Christian Carion,
Drehuch:
Christian Carion,
Drehjahr: 2005 FSK: 12
Starttermin: 24.11.2005 [ Offizielle Website ]
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Schade, dass der Film so schnulzig geworden ist, denn die Geschichte ist interessant und mitreissend!
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Leider, leider wurde hier wurde hier ein spannender Filmstoff für eine billige und kitschige Insznierung verheizt!
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