Mona Lisas Lächeln
Club der toten Dichterinnen
Im Herbst 1953 tritt die junge Kunstgeschichtslehrerin Katherine Watson (Julia Roberts) ihre Stelle am ehrwürdig-verstaubten Wellesley Mädchen-College in Massachusetts an. Die Fünfziger Jahre in den USA, das war die Zeit von Rock 'n' Roll und aufmüpfigen Stars wie James Dean. Es war aber auch die Zeit des Erzkonservativismus der McCarthy-Ära, kurzum eine Phase, in der das tradierte Rollenbild des Heimchens am Herd eine enorme gesellschaftliche Bedeutung besaß und der Verlobungsring am Finger mehr wert war als eine Berufsausbildung.
Man muss sich das vor Augen halten, um den Schock nachvollziehen zu können, den die freigeistige Lehrerin erleidet, als sie ihren ersten Arbeitstag antritt. Lauter begabte Mädchen, und alle warten nur darauf, geheiratet zu werden. Diese fremde und von Regisseur Mike Newell anfangs in passend kühle Farben getauchte Welt, in der man moderne Kunst noch als „subversiv“ bezeichnet, entfacht in Katherine Watson einen missionarischen Eifer. Mit unkonventionellen Mitteln versucht sie ihren Schülerinnen klar zu machen, dass es neben einer Ehe auch noch andere Optionen für ein glückliches Leben gibt.
Allein durch das Thema erinnert „Mona Lisas Lächeln“ mitunter sehr deutlich an „Club der toten Dichter“. Hier wie dort steht ein freidenkender Lehrer im Mittelpunkt, der seinen Schülern eine neue Weltsicht vermitteln möchte. Hier bei ein paar Jungs mit Hilfe von Keats und Shakespeare, dort eben bei ein paar Mädchen mit Unterstützung von Da Vinci und Jackson Pollock. Die Schüler befinden sich in genau dem Alter, in dem neben Hausaufgaben plötzlich das andere Geschlecht die Hauptrolle spielt. Die Handlung findet jeweils in den aus heutiger Sicht befremdlich reglementierten Fünfzigern statt, daher ähneln sich auch Ambiente, Kostüme, und sogar Ausleuchtung und Kamera.
Zwar will der Film mehr sein als eine feministisch angehauchte Variante von Peter Weirs „Club der toten Dichter“ – trotzdem ist er weniger. Julia Roberts spielt Katherine Watson mit der ihr eigenen charmanten Verve, und auch die Rollen ihrer Elevinnen sind mit Jungstars wie Kirsten Dunst, Julia Stiles und Maggie Gyllenhaal hochkarätig besetzt. Doch es fehlt die geschickt aufgebaute Dramaturgie von Weirs Vorbild. Julia Roberts sieht besser aus als Robin Williams, keine Frage. Aber als Lehrer verströmte er wesentlich mehr Herzblut. Die emanzipatorischen Gedanken werden zwar brav aufgesagt, gerinnen aber im Verlauf der Geschichte zu bloßen Lippenbekenntnissen. Newell fällt zur Frauenbewegung unter Eisenhower kaum mehr ein, als sich über die braven Frauchen lustig zu machen, deren Traum es ist, ihrem Zukünftigen den Hemdkragen zu stärken. Das ist zu einfach.
infos über den film im internet: [ mona-lisas-laecheln.de ]
kinostart: 22. januar 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama, Komödie
länge: 115 min
Original: Mona Lisa Smile
Darsteller:
Julia Roberts, Kirsten Dunst, Julia Stiles,
Regie:
Mike Newell,
Drehuch:
Lawrence Konner, Mark Rosenthal,
Drehjahr: 2003 FSK: oA
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Nicht mehr als ein Abklatsch des genialen Film "Club der Toten Dichter"!
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Sicherlich bewegend, aber kein ganz großer Wurf. Julia Roberts macht aber eine gute Figur!
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