Wer selbst in seiner Pubertät Tagebuch führte, kann Paula verstehen: Das Mädchen ist verzweifelt, als ihr diese intimsten Bekenntnisse über einen blonden Märchenprinzen in der U-Bahn gestohlen werden. Dass ihr Geldbeutel ebenfalls verschwunden ist, stört die aus begütertem Elternhaus stammende Paula kein bisschen. Gemeinsam mit dem dicklichen Klassenkameraden Tobi und dessen Schwester versucht Paula, wieder in Besitz ihrer romantischen Ergüsse zu gelangen. Dazu müssen die Kinder sich unter anderem mit einer rumänischen Kinderbande anlegen.
Regisseur und Drehbuchautor Gernot Krää hat sich für seinen liebenswerten, spannenden Kinderkrimi deutlich von Erich Kästners 'Pünktchen und Anton', 'Emil und die Detektive' und 'Das doppelte Lottchen' inspirieren lassen. Hier wie dort trennen die späteren Freunde anfangs die familiären Standesunterschiede. Während die reiche Paula hauptsächlich von der Haushälterin erzogen wird, geht es bei Tobi zuhause dank des trinkfesten proletarischen Familienoberhauptes arg handfest zu. Hier wie dort decken die Kinder ein Verbrechen auf. Dafür vertauschen die beiden Mädchen auch noch ihre Rollen.
Doch trotz der offensichtlichen Anleihen hat Krää mit 'Paulas Geheimnis' aus den bekannten Versatzstücken etwas gänzlich Neues, sehr Zeitgemäßes geschneidert. Ernsthaft und gleichzeitig humorvoll beschreibt Krää die Verwandlung eines schwärmerisch veranlagten kleinen Mädchens zu einem verantwortungsbewussten Teenager, der lernt, auch über den eigenen Suppenteller mit Goldrand hinauszusehen. Die Träume und Wünsche der Figuren sind äußerst lebensnah und für junge wie erwachsene Zuschauer unterhaltsam in Szene gesetzt.