Die purpurnen Flüsse 2
Die Engel der Apokalypse
Der Titel führt in die Irre. Schließlich suggeriert er eine Fortsetzung des spannenden Thrillers von 2001, in dem Jean Reno als Kommissar Niemans, begleitet von Vincent Cassel als streitsüchtigem Kollegen, eine blutige Mordserie in einer Hochschule in den französischen Alpen aufzuklären hatte. Kommissar Niemans alias Reno ermittelt auch diesmal wieder. Die purpurnen Flüsse, womit wohl die üppigen Blut-Rinnsale gemeint sind, sprudeln ebenfalls kräftig. Und auch was okkulte Thematik, Krimi mit Gruselambiente, düstere Ausstattung und Dramatik angeht, zeigen sich deutliche Parallelen zum Vorgänger. Das sind aber schon alle Gemeinsamkeiten von „Die purpurnen Flüsse“ mit dem nun fälschlicherweise als zweiten Teil bezeichneten Nachfolger.
Begleitet wird Niemans diesmal von dem leicht cholerischen Reda (Benoît Magimel). Beide sind auf der Jagd nach einer Sekte, die sich "Engel der Apokalypse" nennt. Dazu gibt es einen Jesus-Doppelgänger, der nachts ausgerechnet dem aufgebrachten Reda vors Auto läuft, einen bösen Deutschen mit Weltkriegsschatten auf der Seele, und eine Religionswissenschaftlerin mit Nahkampfausbildung.
Diese eigentümliche Kombination deutet bereits die Schwierigkeiten an, mit denen "Die purpurnen Flüsse 2" sichtlich zu ringen hat.
Während sich „Die purpurnen Flüsse“ damals erst in der letzten Szene dramaturgisch arg verstolperte, stirbt die Logik des Nachfolge-Films schon früher. Wer darauf Wert legt, dass ein Film verständlicher zu sein hat als die Agenda 2010, wird von Drehbuchautor Luc Besson und Regisseur Olivier Dahan rasch im Stich gelassen. Da fließt Blut von längst Verstorbenen aus der Mauer, drei Fischer werden binnen Sekunden in ihrer eigenen Hütte zerhackt, während die Polizisten draußen auf dem Steg stehen, ein Zollbeamter im belebten Flughafen ohne jeden Zeugen und ohne jeden Mucks an die Wand genagelt.
Eine ordentliche Dosis Blut, Schock und Spannung täuschen jedoch fast bis zum Ende über dieses eigentlich eklatante Logik-Manko hinweg.
Dahan war früher Regisseur von Musikvideos. Das bedeutet einerseits im Regelfall zwar eine ausgefeilte, auf starke Bilder setzende Kameraarbeit - aber auch eine Dramaturgie, die stets den Effekt der Logik vorzieht. So bietet die schlampig zusammengeschusterte Geschichte keinen Grund, diesen Film ansehen zu müssen. Das sympathische, gut zusammenspielende Ermittler-Duo und die mitreißenden, kreativ bebilderten und atmosphärisch überaus stimmigen Actionszenen aber wiederum mehr als nur einen.
infos über den film im internet: [ diepurpurnenfluesse2.de ]
kinostart: 08. april 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Thriller
länge: 98 min
Original: Les rivières pourpres 2
Darsteller:
Jean Reno, Benoît Magimel, Camille Natta,
Regie:
Olivier Dahan,
Drehuch:
Luc Besson,
Drehjahr: 2003 FSK: 16
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Blutig, brutal und leider auch dumm! dennoch muss ich sagen, dass ich ihn spannend fand.
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Gut die Logik hinkt wirklich, der ansonsten war das ein super Thriller mit guten Darstellern!
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