Ritter aus Leidenschaft
Ja so warn's...
William
Thatcher träumt davon, an einem großen Ritterturnier
teilnehmen zu können. Doch diese Kämpfe sind im 14. Jahrhundert
allein den Adligen vorbehalten, und so fristet William, Sohn eines
armen Dachdeckers, als Knappe beim Ritter Ulrich von Liechtenstein
sein Dasein. Als sein Herr überraschend stirbt, nimmt William
dessen Identität an und zieht in fremder Rüstung quer
durch die Lande von Turnier zu Turnier. Der Anfang ist ein Schock
für jeden, der beim Thema Ritterfilm in erster Linie an verstaubtes
Blech, zickig-keusche Burgfräulein und Männerbeine in
Strumpfhosen denkt: Zu den Klängen von Queens We will rock
you saust die Kamera über einen fahnengesäumten Turnierplatz,
an dessen seitlichen Begrenzungen sich die Menge drängt, die
zur Musik begeistert eine La-ola-Welle nach der anderen macht. Mit
den Modernisierungen historischer Themen im Kino ist das ja immer
so eine Sache häufig geht´s daneben. Hier funktioniert´s.
Regisseur Brian Helgeland hat eine flotte Adaption des klassischen
Ritterfilms auf die Bretter eines Turnierplatzes geknallt, die sich
sehen lassen kann. Da reden die wackeren Kämpen nicht mehr
gedrechselt wie weiland Walther von der Vogelweide,
sondern so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und der Mann in
der Minne schert sich um nichts, um bei der Dame seines Herzens
Eindruck zu machen.
Zwar
ist der ungehemmte Einsatz von Rockmusik aus vergangenen Jahrzehnten
anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig, und es drängt
sich der Verdacht auf, hier hat jemand zu häufig Baz Luhrmans
verpoppte Shakespeare-Variante Romeo & Juliet gesehen. Doch
wie schon bei Luhrman, der sich auch in seinem jüngsten Streich
Moulin Rouge wieder des selbenPrinzips der musikalischen Untermalung
bedient, hat der Anachronismus auch hier Methode, und die zeitgemäße
Anpassung an die Gegenwart macht Sinn: Durch diesen Trick Helgelands
wird auch dem letzten Teenager endlich klar, was die Leute damals
an einem Turnier denn so aufregend fanden. Und eben diese Generation
der Bravo-Leser aller Länder ist als eigentliche Zielgruppe
des Spektakels auszumachen. Der Rest dürfte sich nämlich
trotz gelegentlich ganz passabler Witzchen mit dem in seiner Geradlinigkeit
oftmals recht ermüdenden Märchen vom kometenhaften Aufstieg
des braven Knappen zum ehrenwerten Ritter, der schließlich
auch noch die Hand der Prinzessin erringt, vor allem langweilen.
Wer sich aber nicht daran stört, dass hier die Physiognomie
jeweils auch und mitunter die einzige - Charakterzeichnung
ist, die Guten stets seelenvoll in die Kamera blicken und die Bösen
immer finster aus der Rüstung starren, könnte an diesem
überlangen Prinz-Eisenherz-Videoclip Gefallen finden.
infos über den film im internet: [ ritter-aus-leidenschaft.de ]
kinostart: 4. september 2001
Soundtrack, B�cher... zu "ritter aus leidenschaft" gibt's bei [ amazon ]
*
[ ritter
aus leidenschaft ]
ritter aus leidenschaft
besetzung: Heath Ledger, Mark Addy, Rufus Sewell, Paul Bettany...
regie: Brian
Helgeland drehbuch:
Brian Helgeland
produzent: Tim van Rellim, Todd Black, Brian Helgeland
schnitt: Kevin Stitt
kamera: Richard Greatrex
usa 2001 genre:
komödie
verleih: columbia tristar
orginaltitel: a knigt's tale
länge: 134min.
[ mehr bei imdb ]
<pg>
so ein schmarrn! so warn sie eben nicht, die rittersleut!
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zwar ist die story ein ziemlicher müll, aber das spektakel
rund um's rittersein hat mich schon beeindruckt!
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