Er ist ein Kennzeichen lausiger Literaturverfilmungen: Der Off-Kommentar, die Stimme aus dem Nichts, die dem Zuschauer die Welt erklärt. Oft ist sie überflüssig, diese Stimme. Wenn sie nicht erklärt, sondern nur das Bild beschreibt. Meistens setzt ein Regisseur die Off-Kommentare ein, weil er den Fähigkeiten seiner Darsteller misstraut.
Die Schauspieler in 'Der Stern des Soldaten' sind zwar weitgehend unbekannt, überzeugen aber durchweg. Die Inszenierung von Christophe de Ponfilly zerfranst zwar mitunter, ist aber immer dicht am Geschehen. Die abenteuerliche Geschichte um den russischen Musiker Nikolai, der 1984 als Soldat nach Afghanistan versetzt wird, ist realistisch und kompakt erzählt. Wie Kevin Costner als Soldat John Dunbar in 'Der mit dem Wolf tanzt' wechselt Nikolai sukzessive die Seiten. Das ist spannend zu beobachten und sensibel inszeniert.
Warum also nur die schrecklich staatstragenden und lähmend belanglosen Sentenzen dazu? Es scheint, als ob de Ponfilly seine Story doppelt so prägnant erzählen wollte. Doch der Kommentar verdichtet nicht, er zerstört leider vielmehr die intensiven Bilder, die Kameramann Laurent Fleutot gefunden hat, um die unwirtliche Bergwelt und die endlosen weiten Afghanistans zu illustrieren. Der dokumentarisch anmutende Spielfilm ist dennoch ein vielschichtiges, bewegendes Plädoyer gegen jede Form von Gewalt gegenüber anderen Völkern.
Kinostart: 19. Juni 2008
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Die Bilder und die Geschichte sind wirklich beeindruckend! Ein sehr guter und interessanter Film
Schade, dass de Ponfilly hier mit der Regie mehr versucht als nötig ist, sonst wäre der Film vielleicht noch besser!