Väter
Familienglück
Jeder, der Familie hat, kennt das Problem: Irgendwo zwischen ungebügelten
Hemden und
verbranntem Frühstückstoast, zwischen Kindergeschrei und Bürojob bleibt die
Leidenschaft auf der
Strecke, wird Liebe zur ritualisierten Pflichterfüllung wie der Abschiedskuß
am Morgen. Diesem
Phänomen wollte Regisseur Dani Levy auf den Grund gehen in seinem neuen und
vielleicht besten
Spielfilm "Väter". Dabei ist der Titel durchaus irreführend, denn eigentlich
geht es nur um einen
Vater, um Marco (Sebastian Blomberg) nämlich. Der beginnt gerade eine
Karriere als Architekt, als
seine Frau Melanie (Maria Schrader) allmählich anfängt zu meckern: Immer
bleibt alles an ihr
hängen, der Haushalt, die Erziehung des Sohnes Benny, und ihr Beruf läuft
nur nebenbei. Es sei
nun an der Zeit, dass auch Marco mal etwas zurückstecken müsste. Der,
karriereorientiert,
jungenhaft-naiv und egozentrisch, verkennt den Ernst der Lage völlig ? bis
sich Melanie von ihm
trennt und mit Benny auf dem Arm verschwindet.
Sehr präzise deckt Levy die Mechanismen auf, die ineinander greifen, wenn
sich ein Paar trennt
und sich Menschen, die sich früher einmal geliebt haben, plötzlich anbrüllen
und mit dem Anwalt
drohen. Leute, die sich streiten im Kino ansehen? kann das unterhaltsam
sein? Es kann, "Väter"
ist der Beweis, dass ein falsches Wort zur falschen Zeit eine Kettenreaktion
auslösen kann, die bis
zum bitteren Ende der Beziehung nicht mehr zu stoppen ist. Nicht nur
aufgrund der plastischen
Erzählweise und des ausgefeilten, lebensnahen und überaus intelligenten
Drehbuchs ist "Väter"
ein Film, der nach dem Kinobesuch zu angeregten Diskussionen führen wird.
Die beiden brillanten
Hauptdarsteller und die digitale Kamera verleihen dem Film zusätzlich eine
ungewohnte und
besonders eindringliche Authentizität.
infos über den film im internet: [ vaeter-derfilm.de ]
kinostart: 26. september 2002
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 103 min
Original: Väter
Darsteller:
Sebastian Blomberg, Maria Schrader, Ezra Valentin Lenz,
Regie:
Dani Levy,
Drehuch:
Dani Levy, Rona Munro,
Drehjahr: 2002 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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<ug>
so kaputtes familienglück zu sehen tut weh! nichtsdestotrotz ist der film klasse.
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streitende eltern mocht ich noch nie, aber dieser film hats mir angetan!
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