Wahnsinnig verliebt
L'amour surprise
Angélique ist total verknallt in Loic (Samuel Le Bihan), einen jungen,
smarten Sonnyboy und
überaus erfolgreichen Kardiologen. Das Leben scheint rosarot, die niedliche
Kunststudentin
schwebt auf Wolken und kauft ihrem Angebeteten auf dem Weg zur Vorlesung
noch rasch eine rote
Rose. Die lässt sie ihm nebst passender Karte per Kurier in seine Praxis
bringen. Er öffnet das
Kuvert, liest die kurzen Zeilen und lächelt versonnen, während er die Rose
auf seinen Schreibtisch
legt. Aber die perfekte Idylle existiert heutzutage ja nicht einmal mehr im
Kino, deswegen wartet
man als Zuschauer bereits während dieser romantisch weichgezeichneten und
sonnendurchfluteten Anfangsszenen auf den Haken, der da kommen muß. Und
ziemlich schnell wird
klar: Angéliques Glück ist arg getrübt, denn Loic ist ein verheirateter
Mann, dessen Frau gerade ihr
erstes Kind erwartet. Die große Liebe zwischen Loic und Angélique nur eine
kleine, schäbige
Affäre zwischen Tür und Angel, in gestohlenen Minuten und heimlichen
Zusammenkünften? Es sieht
danach aus. Aber auch dieser zweite Eindruck trügt.
Die junge französische Regisseurin Laetitia Colombani hat mit ihrem ersten
abendfüllenden
Spielfilm "Wahnsinnig verliebt" einen Film geschaffen, der zum genauen
Hinsehen zwingt. Das
klingt anstrengender, als es in diesem Fall wirklich ist. Denn in vielen
kleinen Nuancen wird der
Zuschauer geradezu darauf gestoßen, dass an dieser Liebesgeschichte
irgendetwas nicht stimmt.
Und das liegt nicht nur an der Heimlichkeit einer verbotenen Affäre.
So wird aus der romantischen Komödie des Anfangs ab der Mitte des Films ein
waschechter
Psychothriller, der die ganze Handlung noch einmal aufrollt allerdings
nicht aus Angéliques Sicht,
sondern aus der von Loic. Alle Szenen werden nun aufgelöst, und trotz der
bekannten Bilder
verliert "Wahnsinnig verliebt" nichts von seiner überraschenden Spannung.
Der Film lebt vielmehr
von diesen Brüchen zwischen kitschiger Romanze und Suspense. Die Dramaturgie
funktioniert
durch die Balance von Andeutungen und Ungewissheiten, durch das gekonnt
eingesetzte Spiel der
warmen Rot- und kühlen Blautöne, und lange ist nicht zu erkennen, wessen
Sicht auf das
Geschehen nun die reale ist. Das reizvolle Verwirrspiel rund um Liebe und
Besessenheit präsentiert
Audrey Tautou, seit "Amelié" die knopfäugige Inkarnation der Niedlichkeit
auf Erden, in einer ganz
anderen Rolle. Und genau hier liegt auch der einzige Schwachpunkt von
Colombanis souverän
inszeniertem Debütfilm, denn Tautou kann sich zu wenig von ihrer frischen
Jungmädchensüße
lösen, um Angéliques psychische Schwankungen wirklich glaubwürdig erscheinen
zu lassen.
infos über den film im internet: [ wahnsinnig-verliebt.de ]
kinostart: 29. august 2002
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Liebesfilm, Thriller
länge: 100 min
Original: À la folie... pas du tout
Darsteller:
Audrey Tautou, Samuel Le Bihan, Isabelle Carré,
Regie:
Laetitia Colombani,
Drehuch:
Laetitia Colombani, Caroline Thivel,
Drehjahr: 2002 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ Wahnsinnig Verliebt im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
<ug>
ein toller film, der immer wieder interessante wendungen hat!
|
 |
|
eine gute story, aber leider viel zu kitschig!
|
|