Wie die Karnickel
Und das alles wegen einer Pornosammlung
Der Orchestermusiker Horst Bömmelburg (Michael Lott) hortet im Keller eine
große Anzahl
Pornovideos. Als seine Freundin Vera (Anna Böttcher) das erfährt, packt sie
empört die Koffer und
zieht zu ihrer Mutter. Gemeinsam mit seinem Schulfreund und Nachbarn Sigi
(Sven Walser), der sich
ebenfalls gerade von seinem Langzeitliebhaber Hubert (Heinrich Schmieder)
getrennt hat, genießt
Horst sein ungewohntes Single-Dasein. Das bietet den beiden jede Menge
unkontrollierter
Sexualkontakte? aber Vera und Hubert sind noch längst nicht aus den Köpfen
der zwei
verschwunden.
Mit der Realverfilmung seines Comics "Der bewegte Mann" durch Sönke Wortmann
ist Ralf König
auch außerhalb der Schwulenkreise hierzulande bekannt geworden. Der
überraschende Erfolg von
Wortmanns Komödie zog bald die zweite Adaption eines König-Comics nach sich:
"Das Kondom des
Grauens" war allerdings im Vergleich zum "Bewegten Mann" ein äußerst mäßiger
Erfolg.
Nun also
der dritte König als Film, und auch diesmal hat man wieder der
Realverfilmung gegenüber einer
Zeichentrickvariante den Vorzug gegeben? aus unerfindlichen Gründen. Denn
die knuffigen oder
kernigen Knollennasenmännchen aus Königs Zeichnungen stellen einen wichtigen
Bestandteil
dieser ganz speziellen Geschichten und dem damit verbundenen Humor dar. Die
Story allein
erweist sich bei genauerem Hinsehen meistens als recht dürftig, und die
Überzeichnung sämtlicher
Homo- und Hetero-Klischees ist ebenfalls auf dem Papier amüsanter anzusehen
als auf der
Leinwand. Auch die immer wieder sehr aufgesetzte Hysterie der handelnden
Damenwelt lässt sich
im Comic leicht ertragen oder gegebenenfalls überblättern, im Kino ist sie
einfach nur blöde und
schrill. Welche Frau würde sich heute so lautstark über Schwule aufregen,
wie es Katja Riemann in
"Der bewegte Mann" vorexerzierte, oder wie Vera gleich zur Mama flüchten,
wenn sie einen
Pornofilm im Papierkorb findet?!
Dabei konnten König, der hier auch als Drehbuchautor fungierte, und sein
Regisseur Sven
Unterwaldt sogar auf ein Ensemble ausgezeichneter Schauspieler wie Michael
Lott, Anna Böttcher,
Heinrich Schmieder oder Heinrich Schafmeister zurückgreifen, denen es
scheinbar mühelos gelingt,
die schwierige Gratwanderung zwischen satirisch zugespitzter
Charakterzeichnung und plattem
Klamauk zu bewältigen.
infos über den film im internet: [ wie-die-karnickel-film.de ]
kinostart: 12. september 2002
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 86 min
Original: Wie die Karnickel
Darsteller:
Michael Lott, Sven Walser, Anna Böttcher,
Regie:
Sven Unterwaldt Jr.,
Drehuch:
Ralph König,
Drehjahr: 2002 FSK: 16
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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<ug>
an den "bewegten Mann" reichts nicht ran, aber der humor trifft!
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Homo- und Hetero-Klischees vereinigt euch!
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