Lenbach
7 Todsünden
Neid, Gier, Lust, Trägheit, Zorn, Eitelkeit und Völlerei. Die sieben biblischen Sünden sind in München von Stararchitekt Sir Terence Conran in einem Haus vereint. Und das nun schon seit sieben Jahren: im Lenbach in der Ottostraße.
Das große weiße Gebäude wirkt pompös, schon von weitem leuchten einem die brennenden Fackeln links und rechts des Eingangs entgegen. Sie sollen einen neidisch und gierig machen und somit in das Lenbach hineinziehen. Betritt man das alte Haus durch die große Glastüre landet man in einem riesigen Vorraum, beleuchtet durch goldene Kronleuchter, und der Blick fällt durch ein rundes Fenster direkt in die Küche. Auf der linken Seite erstreckt sich eine kleine Sushi-Bar, durch schmiedeeiserne Türgitter gelangt man dann in die Bar. Rechts dagegen führt eine große Marmortreppe, eingerahmt von einem dunkelbraunen Holzgeländer, in den ersten Stock, wo sich der Bankettsaal befindet.
Das Herzstück aber befindet sich im Erdgeschoss, direkt hinter dem Treppenaufgang: das Restaurant.
Über einen blau-beleuchteten Laufsteg gelangt man mitten in den großen Saal. Rechts und links des Laufstegs sind große, mit Blumen verzierte Spiegel aufgestellt, die den Raum, in dem bis zu 330 Gäste Platz finden, in zwei Bereiche teilen. Von allen Plätzen kann man auf den Laufsteg sehen, der die Eitelkeit des Menschen in den Mittelpunkt rückt. Geschäftsführer Peter Schmuck, der mit dem Dürrenbräu schon lange im Münchner Gastronomiegeschehen etabliert ist, hatte vor acht Jahren die fixe Idee eines Großrestaurants nach amerikanischem Vorbild. Es sollte mehr werden als ein schönes Restaurant - und das ist ihm auch gelungen. Die großen Säulen geben dem Saal römischen Flair, der im Kontrast zu den modernen lila-farbenen Polsterstühlen steht. Die bis zu 4-meter hohen Bogenfenster öffnen den Raum zur Straße hin, Spiegel lassen ihn noch großzügiger wirken. Hier findet jeder einen Platz - ob für eine Geburtstagsfeier, bei der die ganze Belegschaft mir Wunderkerzen gratuliert, oder für ein Geschäftsessen mit Zigarre im Mund, das eher anonym ablaufen soll. Auch die Speisekarte erfüllt jeden Wunsch. Neben Sushi und exotischen Variationen wie "rotes Thaicurry mit Garnelen und Duftreis" darf auch das klassische Wiener Schnitzel nicht fehlen. Zu den besonderen Spezialitäten des Küchenchefs Ali Güngörmüs, der im vergangenen Jahr vom Gault Millau zur "Entdeckung des Jahres" gekürt wurde, zählt der Vorspeisen-Etagère "Seven Sin's". Auf sieben Etagen findet man einen leckeren Querschnitt durch die Küche - von Hummer-Kokos-Suppe bis Gambas auf Salat. Der Völlerei wird also auch Rechnung getragen.
Nur der Service lässt, wenn man jünger ist und nicht so aussieht, als hätte man Geld im Überfluss, etwas zu wünschen übrig.
Wer weniger Hunger mitbringt kann es sich auch gleich in der Bar gegenüber gemütlich machen. Hier kommen Lust und Trägheit der Besucher voll auf ihre Kosten. Der große Raum mit hohen Stuckdecken ist nur durch Kerzenlicht beleuchtet. Auf der rechten Seite erstreckt sich eine 25 Meter lange Bar aus Kirschholz, die Café-Tische sind mit hellen Korb-Sesseln umstellt. Am Kopf des Raumes wird die Wand von einem riesigen Bild geziert: zwei überdimensionale nackte Liebende. Direkt über der Bar befindet sich eine Empore, die mit gemütlichen Ledersesseln und -sofas ausgestattet ist und somit zum Ausruhen und Entspannen einlädt. Doch Mittwochabends muss man darauf verzichten, denn dann verwandelt sich die Bar in einen großen Partysaal. Zur Afterwork-Party strömen wöchentlich mehr als tausend Gäste, und wer rechtzeitig das Büro verlässt, kann sich sogar noch über ein Fingerfood-Buffet freuen.
Nicht zu vergessen: Sir Terence Conran hat beim Planen auch die Toiletten nicht ausgespart, die durch Edelstahl und Gefängnis-Optik den Zorn präsentieren. Ein Gang dorthin lohnt sich also, auch wenn man vielleicht nicht so dringend muss.
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Lenbach
tel. 089 / 5491300
Adresse: ottostraße 6
80333 München - Ludwigsvorstadt
[ stadtplan ]
[ stadtplan ]
[ mvv ]
[ lenbach.de ]
[ info@lenbach.de ]
So-Mi: 18-1h, Do 18-4h, Fr-Sa 18-4h restaurant: mo-fr 11:30-14:30h, mo-sa 18-1h bar: mo-do: 14:30-1h, fr: 14:30-3h, sa: 11-3h, mi: 18:30-2h after work party sushi bar: mo-sa 18-24h
Bier (0,33): 3,50 (Restaurant) - (0,5) 4,50 (Bar)
Cocktails 5,70-12.- (18-20h die 1/2)
publikum: 25-60
parkplatzfaktor schwierig
sitzplatzfaktor sehr gut auch ohne Reservierung
singlefaktor unterschiedlich
<Pia Dangelmayer>
Großartiges Ambiente, schicke Leute und Essen mit Stil! So lass ich's mir schmecken und gehe Mittwochabends feiern.
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Geniales Gebäude und sehr gutes Essen. Aber der Service könnte zu Leuten wie mir etwas netter sein.
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